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TandemsprungAktualisiert am 3. Aug. 2026·8 Min. Lesezeit

Was passiert bei einem Tandemsprung?

Ein Tandemsprung dauert vom Absprung bis zur Landung keine zehn Minuten – der Tag drumherum aber deutlich länger. Hier steht, was in welcher Reihenfolge passiert.

1. Ankunft und Anmeldung (30 bis 60 Minuten)

Am Sprungplatz werden zuerst die Formalitäten erledigt: Anmeldung, Erklärung zur gesundheitlichen Eignung, Gewicht. Danach beginnt das Warten – und das ist der Teil, auf den niemand vorbereitet ist. Der Sprungbetrieb richtet sich nach Wetter, Wind und Flugzeugauslastung. Ein fester Uhrzeit-Termin ist die Ausnahme, ein halber Tag Zeitpuffer die Regel.

2. Briefing (15 bis 30 Minuten)

Der Tandemmaster erklärt drei Dinge, und nur die muss man behalten:

Alles andere – Öffnung, Steuerung, Notverfahren – ist Sache des Lehrers.

3. Ausrüstung anlegen (10 Minuten)

Der Gast bekommt ein Passagiergurtzeug: Beingurte, Hüftgurt, Schultergurte, dazu Haube und Brille. Es wird bewusst stramm gezogen. Was am Boden unbequem sitzt, hängt in der Luft richtig – wer sich das Gurtzeug locker einstellen lässt, rutscht beim Öffnungsschock unangenehm nach unten.

4. Steigflug (15 bis 25 Minuten)

Je nach Flugzeugtyp dauert der Steigflug auf 4.000 Meter zwischen einer Viertelstunde und einer halben Stunde. In dieser Zeit hakt der Tandemmaster die vier Verbindungspunkte zwischen beiden Gurtzeugen ein und zieht sie kurz vor dem Absprung endgültig fest. Es lohnt sich, in dieser Phase aus dem Fenster zu schauen: Der Ausblick ist der eigentlich unterschätzte Teil des Tages.

5. Absprung (der Moment)

Die Tür geht auf, die Lautstärke im Flugzeug ändert sich schlagartig. Das Gespann rutscht zur Tür, der Gast lehnt den Kopf an die Schulter des Lehrers – und dann geht es raus. Die ersten zwei bis drei Sekunden fühlen sich kippelig an, danach ist die Fluglage stabil.

Das oft erwartete Fahrstuhlgefühl im Bauch bleibt fast immer aus. Es entsteht durch eine plötzliche Beschleunigung gegenüber einem festen Bezugspunkt – im freien Fall fehlt dieser Bezugspunkt.

6. Freier Fall (40 bis 60 Sekunden)

Kurz nach dem Absprung wirft der Tandemmaster den Bremsschirm. Er stabilisiert das Gespann und hält die Sinkgeschwindigkeit bei rund 200 km/h. Nach etwa zehn Sekunden ist die Endgeschwindigkeit erreicht, das Fallgefühl verschwindet und weicht dem Eindruck, auf einem sehr kräftigen Luftpolster zu liegen. Mehr dazu unter Grundlagen der Freifall-Technik.

7. Öffnung (in etwa 1.500 bis 1.700 Metern)

Der Tandemmaster löst aus, die Kappe entfaltet sich über drei bis vier Sekunden. Der Übergang ist deutlich spürbar, aber kein Schlag: Der Slider verzögert die Öffnung genau dafür. Anschliessend prüft der Lehrer die Kappe, löst die Bremsen und lockert die Gurte, damit man bequemer sitzt.

8. Schirmflug (5 bis 7 Minuten)

Jetzt wird es ruhig. Viele Tandemmaster lassen den Gast die Steuerleinen übernehmen und ein paar Kurven fliegen. Gleichzeitig läuft die Landeeinteilung: Gegenanflug, Queranflug, Endanflug gegen den Wind – dieselbe Logik wie bei einem Flugzeug.

9. Landung

Kurz vor dem Boden zieht der Tandemmaster beide Bremsleinen durch, die Kappe fängt ab. Der Gast hebt die Beine waagerecht an. Je nach Wind und Untergrund landet man stehend oder rutscht auf dem Hosenboden an – beides ist normal und beides tut nicht weh.

Wie viel Zeit muss ich einplanen?

AbschnittDauer
Anmeldung und Wartezeit1 bis 4 Stunden (wetterabhängig)
Briefing und Ausrüstung25 bis 40 Minuten
Steigflug15 bis 25 Minuten
Freier Fall40 bis 60 Sekunden
Schirmflug5 bis 7 Minuten
Gesamt vor Ortein halber bis ganzer Tag

Was du anziehen solltest

Sportliche, bequeme Kleidung ohne Kapuze und ohne lose Enden, dazu feste Schuhe, die am Fuss bleiben – Turnschuhe mit Schnürung sind ideal, Sandalen und Stiefel mit Haken ungeeignet. In der Höhe ist es rund 20 Grad kälter als am Boden, das gleicht der Sprunganzug aber weitgehend aus. Brillenträger bekommen eine Überziehbrille.

Häufige Fragen

Wie lange dauert der freie Fall wirklich?

Aus 4.000 Metern rund 60 Sekunden, aus 3.000 Metern etwa 35 bis 40 Sekunden. Subjektiv fühlt sich beides deutlich kürzer an.

Kann mir beim Tandemsprung schlecht werden?

Selten, aber möglich – meist eher im engen, warmen Flugzeug beim Steigflug als im freien Fall. Wer zu Reiseübelkeit neigt, sollte leicht essen und dem Tandemmaster vorher Bescheid geben.

Was passiert bei schlechtem Wetter?

Der Sprung wird verschoben. Wolkenuntergrenze, Bodenwind und Sicht müssen stimmen; bei Zweifeln wird nicht gesprungen. Gutscheine haben deshalb üblicherweise lange Laufzeiten.

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