Start  ›  Ausbildung
AusbildungAktualisiert am 3. Aug. 2026·8 Min. Lesezeit

Fallschirmspringen lernen: AFF, Automatik und der Weg zur Lizenz

Bis zur eigenen Lizenz führen zwei Wege. Sie unterscheiden sich in Tempo, Kosten und darin, wie schnell man Verantwortung übernimmt – im Ergebnis sind sie gleichwertig.

AFF: schnell im freien Fall

Bei der Accelerated Free Fall-Methode springt der Schüler vom ersten Sprung an aus voller Höhe im freien Fall – begleitet von ein bis zwei Lehrern, die ihn am Gurtzeug halten, korrigieren und im Notfall selbst öffnen. Der Schüler zieht selbst.

Vorher steht ein Theorieblock von typischerweise sechs bis zehn Stunden: Aerodynamik, Ausrüstung, Notverfahren, Luftrecht, Verhalten am Sprungplatz. Danach folgen die Level, in denen jeweils bestimmte Aufgaben sitzen müssen: Stabilität halten, Höhe kontrollieren, Drehungen, Vorwärtsbewegung, selbstständiger Absprung ohne Griff der Lehrer.

Automatik: klassisch und in kleinen Schritten

Bei der Automatikausbildung ist der Hauptschirm über eine Aufziehleine mit dem Flugzeug verbunden und öffnet unmittelbar nach dem Absprung. Die ersten Sprünge dienen dem Absprung, der Körperhaltung und der Landung. Danach werden Freifallsekunden schrittweise verlängert: erst drei, dann fünf, dann zehn Sekunden, bis der Schüler stabil selbst auslöst.

Direkter Vergleich

AFFAutomatik
Erster Sprungvolle Höhe, freier Fall mit Lehrerngeringe Höhe, sofortige Öffnung
Lernkurvesteil, viel Input pro Sprungflach, viele Wiederholungen
Zeitbedarfkompakt, oft am Stücküber die Saison verteilt
Kosten pro Sprunghochniedrig
Gesamtkostenliegen erfahrungsgemäss nah beieinander
Geeignet fürwer Urlaub am Stück nehmen kannwer wohnortnah über die Saison springt

Was beides kostet, steht im Detail unter Kosten. Wie es nach dem letzten Ausbildungssprung formal weitergeht, erklärt Wie erhalte ich die Lizenz?

Was in der Theorie drankommt

  1. Ausrüstungskunde. Aufbau von Container, Haupt- und Reserveschirm, Funktion des Öffnungsautomaten, Dreiringsystem. Siehe auch Ausrüstung.
  2. Notverfahren. Erkennen von Fehlfunktionen, Entscheidungshöhe, Trennen und Reserveauslösung. Der praktische Teil wird im Hängegurtzeug so oft geübt, bis die Handgriffe sitzen.
  3. Freifall. Körperlage, Stabilität, Höhenkontrolle – die Physik dazu steht unter Freifall-Technik.
  4. Schirmfahrt und Landung. Steuerung, Landeeinteilung, Verhalten bei Aussenlandung.
  5. Recht und Betrieb. Luftraumregeln, Sprungbetrieb, Wetterkriterien.

Die häufigsten Anfängerfehler

Wie fit muss man sein?

Aussergewöhnliche Fitness braucht es nicht. Was zählt: ein gesunder Kreislauf, funktionsfähige Schultern, Rücken und Knie sowie die Fähigkeit, in Stresssituationen einer eingeübten Reihenfolge zu folgen. Übergewicht ist weniger ein sportliches als ein technisches Thema – Kappengrösse und Flächenbelastung müssen zum Ausstiegsgewicht passen.

Häufige Fragen

Wie viele Sprünge brauche ich bis zur Lizenz?

Das hängt von Methode und nationaler Regelung ab. International wird die A-Lizenz meist bei rund 25 Sprüngen erreicht, bei Automatikausbildung entsprechend mehr Einzelsprünge.

Kann ich die Ausbildung im Ausland machen?

Ja, das ist üblich – vor allem wegen der Wetterlage. Wichtig ist zu klären, ob die Ausbildung im Heimatland anerkannt wird und welche Nachweise für die Umschreibung nötig sind.

Gibt es eine Altersgrenze nach oben?

Formal in der Regel nicht. Entscheidend ist die gesundheitliche Eignung, insbesondere Kreislauf und Gelenke. Ein ärztliches Attest wird bei Ausbildungsbeginn üblicherweise verlangt.

Weiterlesen