A
- AAD (Automatic Activation Device)
- Öffnungsautomat für den Reserveschirm. Ein Rechner misst Höhe und Sinkgeschwindigkeit und kappt die Verschlussschlaufe des Reservecontainers, wenn der Springer unterhalb einer Sicherheitshöhe noch zu schnell fällt. Verbreitete Systeme sind Cypres, Vigil und Argus. Details im Beitrag automatisches Öffnungssystem.
- Absetzen
- Die Phase des Sprungbetriebs, in der die Springer das Flugzeug verlassen. Der Pilot drosselt die Geschwindigkeit, die Tür geht auf, die Gruppen stellen sich in der vorbesprochenen Reihenfolge an und springen mit Abstand ab.
- AFF (Accelerated Free Fall)
- Ausbildungsmethode, bei der bereits der erste Sprung aus voller Höhe im freien Fall stattfindet - begleitet von ein bis zwei Lehrern, die den Schüler festhalten. Der Schüler öffnet selbst. Siehe Ausbildung.
- Aufziehleine
- Statische Leine, die im Flugzeug eingehakt wird und den Hauptschirm beim Absprung automatisch öffnet. Grundlage der klassischen Automatikausbildung.
- Aussenlandung
- Jede Landung ausserhalb des vorgesehenen Landefeldes. Kein Drama, aber ein Fall für Landeplanung: Hindernisse, Windrichtung und ein sauberer Endanflug zählen mehr als der Ort.
- Automatikausbildung
- Ausbildungsweg, bei dem die ersten Sprünge an der Aufziehleine erfolgen und die Freifallzeit Sprung für Sprung verlängert wird. Günstiger pro Sprung als AFF, dafür mehr Sprünge bis zur Lizenz.
B
- BASE-Springen
- Absprünge von festen Objekten: Buildings, Antennas, Spans (Brücken), Earth (Klippen). Ein einziger, schnell öffnender Schirm, keine Reserve, Absprunghöhen oft unter 300 Metern. Vergleich unter BASE-Jumping vs. Fallschirmspringen.
- Bauchfliegen
- Bauchlage im freien Fall, die klassische Grundposition. Sinkgeschwindigkeit rund 190 bis 200 km/h. Siehe Freifall-Technik.
- BOC (Bottom of Container)
- Auslöseart, bei der der Hilfsschirm in einer Tasche an der Unterseite des Containers steckt. Heute der Standard bei Sportausrüstung.
- Boogie
- Mehrtägige Sprungveranstaltung mit grossem Flugzeug, Gastlehrern und Organisatoren. Für viele Springer der Höhepunkt der Saison.
- Bremsleinen
- Steuerleinen, die die Hinterkante der Kappe nach unten ziehen. Über sie werden Kurven geflogen und am Ende die Landung abgefangen.
- Bridle
- Verbindungsleine zwischen Hilfsschirm und Innencontainer. Sie zieht den Packsack aus dem Container.
C
- Container
- Das Rückenteil des Gurtzeugs, in dem Haupt- und Reserveschirm getrennt verpackt sind. Umgangssprachlich meint "Rig" das Gesamtsystem aus Gurtzeug, Container und beiden Kappen.
- Crossbraced
- Kappenbauweise mit zusätzlichen Querverstrebungen in den Zellen. Ergibt ein sauberes Profil und sehr hohe Leistung - ausschliesslich etwas für erfahrene Springer.
- CRW / Canopy Formation
- Kappenformationsspringen: Die Springer öffnen früh und bauen mit den geöffneten Schirmen Formationen. Eigene Wettkampfdisziplin mit eigener Ausrüstung.
- Cutaway
- Das Trennen des Hauptschirms bei einer Fehlfunktion. Der rote Trenngriff löst die Dreiring-Verbindung, danach folgt der Reservegriff.
- Cypres
- Cybernetic Parachute Release System, seit 1991 auf dem Markt und der Namensgeber der ganzen Gerätegattung. Löst den Reserveschirm typischerweise bei rund 225 Metern über Grund aus, wenn die Sinkgeschwindigkeit noch über etwa 35 m/s liegt.
D
- Dirt Dive
- Trockenübung am Boden: Die Gruppe läuft den geplanten Sprung Schritt für Schritt durch, oft auf Rollbrettern (Creepers), bis jeder Griff sitzt.
- Dreiringsystem
- Verbindung zwischen Hauptschirm und Gurtzeug aus drei ineinandergreifenden Ringen. Der Kraftvorteil ist so gross, dass sich der Schirm auch unter voller Last mit wenig Kraft trennen lässt.
- Drogue
- Bremsschirm am Tandemsystem. Er hält die Sinkgeschwindigkeit des schweren Doppelgespanns auf normalem Niveau und dient gleichzeitig als Auslöser für den Hauptschirm.
- Dropzone (DZ)
- Der Sprungplatz: Flugplatz, Sprungbetrieb, Landefeld und Packhalle. Siehe Sprungplätze.
E
- Exit
- Der Absprung selbst. Die Exit-Reihenfolge richtet sich nach Fallgeschwindigkeit und Öffnungshöhe der Gruppen, damit sich niemand in der Luft in die Quere kommt.
- Exit-Höhe
- Absetzhöhe. Üblich sind 3.000 bis 4.200 Meter über Grund; daraus ergeben sich rund 35 bis 60 Sekunden freier Fall.
- Erstabsprung
- Der erste eigene Sprung in der Ausbildung, je nach Methode an der Aufziehleine oder als AFF-Sprung mit Lehrern. Nicht zu verwechseln mit dem Tandemsprung.
F
- FAI
- Fédération Aéronautique Internationale, der Weltluftsportverband mit Sitz in Lausanne. Ihre Fachkommission für den Fallschirmsport ist die IPC.
- Flare
- Das Abfangen kurz vor dem Boden: Beide Steuerleinen werden gleichmässig durchgezogen, die Kappe wandelt Vorwärtsfahrt in Auftrieb und der Springer setzt weich auf.
- Formationsspringen (RW)
- Bauchflug-Disziplin, in der Gruppen im freien Fall vorgegebene Figuren bauen. Gesprungen wird im Vierer-, Achter- und Grossformationsformat.
- Freefly
- Sammelbegriff für alle Positionen ausserhalb der Bauchlage: Sitzen, Stehen, Kopf-tief. Die Fallgeschwindigkeiten liegen bei 250 bis über 300 km/h.
- Freibag
- Der Packsack des Reserveschirms. Er löst sich nach der Öffnung von der Kappe und fällt getrennt zu Boden.
G
- Gleitzahl
- Verhältnis von zurückgelegter Strecke zu verlorener Höhe. Eine moderne Sportkappe schafft etwa 2,5:1 bis 3:1, fliegt also rund drei Meter vorwärts pro Meter Höhenverlust.
- Gurtzeug
- Das Tragesystem am Körper: Haupt- und Beingurte, Brustgurt, Tragegurte und die Aufnahme für den Container. Muss auf Körpergrösse und Gewicht passen.
- Grip
- Definierter Griff an Arm oder Bein eines anderen Springers, mit dem Formationen zusammengehalten werden.
H
- Hand-Deploy
- Öffnungsart, bei der der Springer den Hilfsschirm selbst in den Luftstrom wirft. Standard bei Sportausrüstung.
- Hilfsschirm (Pilot Chute)
- Kleiner Schirm, der den Hauptschirm aus dem Container zieht. Kollabierende Varianten reduzieren nach der Öffnung den Widerstand.
- Höhenmesser
- Anzeige der Höhe über Grund, analog am Handgelenk oder digital. Dazu kommen akustische Höhenwarner im Helm, die Öffnungs- und Hartdeckhöhe melden.
- Hop and Pop
- Absprung mit sofortiger Öffnung aus niedriger Höhe. Teil der Ausbildung und Pflichtübung für die Lizenz.
I
- IPC
- International Parachuting Commission, die Fallschirmkommission der FAI. Sie schreibt die Wettkampfregeln und veröffentlicht seit Jahrzehnten Sicherheitsauswertungen - eine davon lag früher unter dieser Domain, siehe Sicherheit.
- Indoor-Skydiving
- Freifall im vertikalen Windkanal. Kein Ersatz für den Sprung, aber das beste Training für Körperlage und Stabilität. Siehe Indoor-Skydiving.
K
- Kappe
- Der eigentliche Schirm. Moderne Flächenschirme (Ram-Air) bestehen aus sieben oder neun luftgefüllten Zellen und fliegen wie ein Tragflügel. Siehe Fallschirmtypen.
- Kappenkontrolle
- Der Blick nach oben unmittelbar nach der Öffnung: Ist die Kappe vollständig offen, rechteckig, steuerbar? Erst danach folgt alles andere.
- Kompatibilität
- Container, Haupt- und Reserveschirm müssen in Grösse und Zulassung zusammenpassen. Prüft der Fallschirmtechniker (Rigger), nicht der Springer.
L
- Landeeinteilung
- Der geplante Anflug auf das Landefeld: Gegenanflug, Queranflug, Endanflug gegen den Wind - die gleiche Logik wie bei Flugzeugen.
- Lizenz
- Nachweis der Sprungberechtigung. International sind die Stufen A bis D üblich, in Österreich regelt die Zivilluftfahrt-Personalverordnung den Fallschirmspringerschein. Siehe Lizenz.
- Line Twists
- Verdrehte Leinen nach der Öffnung. Bei stabiler Kappe kein Notfall: durch Grätschen und Gegendrehen lösen sie sich meist wieder.
M
- Main
- Der Hauptschirm, im Gegensatz zur Reserve. Wird vom Springer selbst gepackt, sobald er die Packberechtigung hat.
- Malfunction
- Fehlfunktion der Kappe. Unterschieden wird zwischen Totalversagern (nichts öffnet sich) und Teilversagern (Kappe offen, aber nicht steuerbar oder nicht landbar).
N
- Nachprüfung
- Wiederkehrende Prüfung der Ausrüstung durch einen zugelassenen Fallschirmtechniker. Der Reserveschirm muss regelmässig neu gepackt und geprüft werden.
- Nullwind-Landung
- Landung ohne Gegenwind. Die Kappe kommt mit voller Vorwärtsfahrt an, das Abfangen muss zeitlich sitzen.
O
- Öffnungshöhe
- Die Höhe, in der der Hauptschirm gezogen wird. Übliche Werte liegen zwischen 1.200 und 1.700 Metern über Grund, bei Tandemsprüngen eher am oberen Ende.
- Overshoot
- Über das Landefeld hinausgeschossen. Ursache ist fast immer eine zu spät begonnene Landeeinteilung oder falsch eingeschätzter Rückenwind.
P
- Packen
- Das Falten und Verstauen des Hauptschirms. Nach kurzer Einweisung packt jeder Springer seinen Hauptschirm selbst; die Reserve darf nur ein Fallschirmtechniker packen.
- Pin Check
- Gegenseitige Sichtkontrolle vor dem Einsteigen: Verschlussstifte, Griffe, Gurte, AAD. Gehört zum Sicherheitscheck.
- Progression
- Der Ausbildungsfortschritt in festgelegten Stufen - jede Stufe hat definierte Lernziele, die vor dem nächsten Sprung sitzen müssen.
R
- Reserveschirm
- Der zweite, unabhängig verpackte Schirm. Er wird ausschliesslich von einem geprüften Fallschirmtechniker gepackt und in festen Intervallen kontrolliert.
- Rigger
- Fallschirmtechniker. Prüft, repariert und packt Reserveschirme und stellt die Kompatibilität der Komponenten sicher.
- RSL (Reserve Static Line)
- Verbindung zwischen dem sich trennenden Hauptschirm und dem Reserveauslöser. Der wegfliegende Hauptschirm zieht die Reserve automatisch.
- Rundkappe
- Der klassische Fallschirm ohne Profil. Er bremst nur, statt zu fliegen, und ist im Sportbereich vollständig durch Flächenschirme ersetzt worden.
S
- Sinkgeschwindigkeit
- Im Bauchflug rund 190 bis 200 km/h, in Kopf-tief-Lage 250 bis über 300 km/h. Unter offener Kappe bleiben etwa 4 bis 6 m/s.
- Slider
- Rechteckiges Stoffteil, das an den Leinen entlanggleitet und die Öffnung der Kappe verzögert. Ohne Slider wäre der Öffnungsschock kaum auszuhalten.
- Sprungbetrieb
- Der laufende Flugbetrieb am Sprungplatz: Manifest, Ladeeinteilung, Absetzhöhe, Windverhältnisse und die Reihenfolge der Lifts.
- Swoop
- Landeanflug mit gezielter Beschleunigung über eine Kurve, um lange, flach über dem Boden zu gleiten. Wettkampfdisziplin mit sehr hoher Anforderung und entsprechendem Risiko.
T
- Tandemsprung
- Sprung zu zweit an einem gemeinsamen System: Der Tandemmaster trägt Ausrüstung und Verantwortung, der Gast ist vorne eingehängt. Der übliche Einstieg in den Sport - siehe Tandemsprung.
- Tandemmaster
- Sprunglehrer mit gesonderter Tandemberechtigung. Vorausgesetzt werden mehrere hundert Sprünge Erfahrung, eine eigene Ausbildung und regelmässige Nachschulung.
- Terminal
- Die Endgeschwindigkeit, bei der Luftwiderstand und Schwerkraft sich ausgleichen. Sie ist nach etwa zehn bis zwölf Sekunden freiem Fall erreicht.
- Tracking
- Flache, gestreckte Körperlage mit hoher horizontaler Geschwindigkeit. Wird am Ende jedes Gruppensprungs geflogen, um vor der Öffnung Abstand zu schaffen.
W
- Wingloading
- Flächenbelastung: Ausstiegsgewicht in Pfund geteilt durch Kappenfläche in Quadratfuss. Einsteiger fliegen unter 1,0 - siehe Fallschirme für Anfänger.
- Wingsuit
- Anzug mit Tragflächen zwischen Armen und Beinen. Verwandelt einen Teil des Sinkens in Vorwärtsflug; Gleitzahlen von 2:1 und mehr sind erreichbar.
- Windkanal
- Vertikaler Freifallsimulator. Eine Minute Kanal entspricht ungefähr der Freifallzeit eines kompletten Sprunges - deshalb das effizienteste Trainingsmittel überhaupt.
Z
- Zielspringen
- Älteste Wettkampfdisziplin: Der Springer landet auf einer elektronischen Messscheibe, gewertet wird der Abstand des ersten Bodenkontakts in Zentimetern.
- Zellen
- Die einzelnen Kammern eines Flächenschirms. Sieben Zellen gelten als gutmütig und robust, neun Zellen fliegen effizienter und schneller.