Start  ›  Magazin  ›  Erich Felbermayr: eine Legende des Welser Fallschirmsports
GeschichteAktualisiert am 3. Aug. 2026·8 Min. Lesezeit

Erich Felbermayr: eine Legende des Welser Fallschirmsports

Er suchte das Abenteuer und die Herausforderung mit dem Fallschirm: Rekorde waren beim Hobby des Welser Dentisten das Salz in der Suppe.

Diese Seite führt einen Text fort, der jahrzehntelang unter dieser Adresse stand: den Nachruf der Fallschirmsektion des Flugsportclubs Weisse Möwe Wels auf ihr Gründungsmitglied. Weil auf diese Seite über Jahre von aussen verlinkt wurde – unter anderem aus Nachschlagewerken zum Thema Objektspringen –, halten wir den Inhalt hier verfügbar und ordnen ihn ein.

Der Springer

Erich Felbermayr war Dentist in Wels und gehörte Ende der 1950er-Jahre zu der Handvoll Welser Pioniere, die im örtlichen Flugsportclub eine Fallschirmsektion gründeten. Fallschirmspringen war damals eine Randsportart mit Rundkappen, ohne Flächenschirme, ohne Öffnungsautomaten und ohne strukturierte Ausbildung, wie sie heute selbstverständlich ist.

Felbermayr kam nach der Überlieferung der Vereinschronik auf mehr als 1.000 Absprünge und war mehrfacher Staatsmeister. Sein Ruf gründete aber weniger auf Wettkampferfolgen als auf den Sprüngen, die er ausserhalb des regulären Sprungbetriebs unternahm.

Die Sprünge, für die er bekannt wurde

Die Chronik betont, dass er seine Unternehmungen minutiös vorbereitete und – zumindest aus seiner Sicht – kein Risiko einging. Unumstritten war er trotzdem nicht: Manche im Verein sagten ihm aufgrund der Waghalsigkeit seiner Vorhaben ein böses Ende voraus.

Das Ende

Es kam anders. Erich Felbermayr starb nicht bei einem Fallschirmsprung, sondern bei einem Flugzeugabsturz. Am 21. Juni 1973 geriet er auf dem Rückflug von Wien nach Wels mit seiner Cessna in eine Schlechtwetterfront, verlor die Orientierung und prallte in der Nähe von Grein gegen einen Hang.

Warum der Name bis heute auftaucht

Felbermayrs Objektsprünge fallen in eine Zeit, in der es für sie weder einen Namen noch eine Szene gab. Erst Anfang der 1980er-Jahre bündelte sich das im Akronym BASE – Buildings, Antennas, Spans, Earth. Wer die Vorgeschichte dieser Disziplin recherchiert, stösst deshalb auf europäische Einzelfälle aus den 1960er- und 1970er-Jahren, und Felbermayr ist einer davon. Der Unterschied zwischen damals und heute ist enorm: Was er mit Rundkappen und ohne spezialisierte Ausrüstung tat, wird heute mit eigens dafür gebauten Systemen und nach mehreren hundert Fallschirmsprüngen Vorerfahrung gemacht – siehe BASE-Jumping vs. Fallschirmspringen.

Fallschirmspringen in Wels: die kurze Chronik

ZeitraumEntwicklung
Ende 1950erGründung der Fallschirmsektion im Welser Flugsportclub
Anfang 1970errund 30 aktive Mitglieder, aber kein eigenes Flugzeug – man war auf die Motorflieger angewiesen
Mitte 1970erAnkauf einer viersitzigen Cessna 172
Anfang 1980ersiebensitzige Cessna 207, an Wochenenden bis zu 25 Starts am Tag
1987umgebaute Cessna 206 mit 420 PS; parallel lösen Flächengleiter die Rundkappen ab
1995Einführung der AFF-Ausbildung: erster Sprung aus 4.000 Metern mit rund einer Minute freiem Fall

Der Wechsel von der Rundkappe zum Flächenschirm in den 1980er-Jahren war die eigentliche Zäsur: Aus einem Sport, bei dem man kontrolliert zu Boden sank, wurde einer, bei dem man fliegt und landet. Was das technisch bedeutet, steht unter Fallschirmtypen; wie AFF heute abläuft, unter Ausbildung.

Zur Einordnung: Die Angaben auf dieser Seite stammen aus der Vereinschronik der Fallschirmsektion, wie sie bis in die 2010er-Jahre unter dieser Domain veröffentlicht war. Dieses Magazin steht in keiner Verbindung zum Verein und betreibt keinen Sprungbetrieb – mehr dazu unter Über uns.

Häufige Fragen

Wer war Erich Felbermayr?

Ein Welser Dentist und Fallschirmspringer, Mitgründer der Fallschirmsektion des örtlichen Flugsportclubs Ende der 1950er-Jahre, mehrfacher Staatsmeister mit über 1.000 Absprüngen. Er kam am 21. Juni 1973 bei einem Flugzeugabsturz nahe Grein ums Leben.

Von welchen Objekten ist er gesprungen?

Überliefert sind Sprünge von der Kleinen Zinne in den Dolomiten und von der Europabrücke, dazu ein Absprung aus 9.600 Metern sowie Sprünge mit Schiern mit Landungen auf Gletschern und Berggipfeln.

War das schon BASE-Jumping?

Der Sache nach ja, dem Namen nach nein. Das Akronym BASE entstand erst Anfang der 1980er-Jahre. Felbermayrs Sprünge fallen in eine Zeit ohne spezialisierte Ausrüstung und ohne organisierte Szene.

Weiterlesen