Start  ›  Magazin  ›  Indoor-Skydiving: die Alternative zum echten Sprung
TrainingAktualisiert am 3. Aug. 2026·7 Min. Lesezeit

Indoor-Skydiving: die Alternative zum echten Sprung

Im vertikalen Windkanal lässt sich der freie Fall beliebig oft wiederholen – ohne Flugzeug, ohne Wetter, ohne Packen. Als Ersatz für den Sprung taugt er trotzdem nicht.

Wie ein Windkanal funktioniert

Grosse Ventilatoren drücken oder ziehen Luft durch eine senkrechte Flugkammer aus Glas. Die Strömung wird über Leitbleche vergleichmässigt, sodass sie über den gesamten Querschnitt annähernd gleich schnell ist. Erreicht sie die Endgeschwindigkeit eines fallenden Menschen – rund 190 bis 200 km/h in der Bauchlage – schwebt der Körper. Die Bedienung regelt die Geschwindigkeit auf Gewicht und Körperlage des Fliegers.

Physikalisch passiert dabei exakt dasselbe wie im freien Fall: Der Luftstrom drückt gegen die Körperfläche, und jede Änderung der Fläche verändert die Position. Deshalb überträgt sich Gelerntes eins zu eins auf den Sprung – siehe Freifall-Technik.

Ablauf beim ersten Mal

  1. Briefing (20 bis 30 Minuten). Körperhaltung, Handzeichen des Instruktors und Verhalten in der Kammer. Gesprochen wird drinnen nicht – der Lärm macht das unmöglich, deshalb die Zeichen.
  2. Ausrüstung. Fluganzug, Helm, Brille, Ohrstöpsel. Alles wird gestellt.
  3. Flugzeit. Gebucht wird in Minuten, geflogen in Einheiten von ein bis zwei Minuten mit Pausen dazwischen. Ein Einsteigerpaket umfasst typischerweise zwei bis vier Minuten.
  4. Instruktor in der Kammer. Beim ersten Flug immer dabei – er stabilisiert und korrigiert direkt am Körper.

Zwei Minuten klingen kurz, sind es aber nicht: Sie entsprechen der Freifallzeit von zwei kompletten Sprüngen aus 4.000 Metern. Nach dem ersten Mal sind die meisten Menschen deutlich erschöpfter als erwartet.

Was es kostet

AngebotÜbliche Spanne
Einsteigerpaket (2 Flüge, ca. 2 Minuten)60–90 €
4 Flüge (ca. 4 Minuten)110–160 €
Blockzeit für Springer (10 Minuten)ab etwa 350–450 €
Coaching-Zuschlagje nach Kanal und Coach

Für Sportspringer sind Blockzeiten und Coaching der eigentliche Nutzen. Pro Minute ist das teurer als ein Sprungticket – gemessen an der reinen Trainingszeit für Körperlage ist es deutlich günstiger, weil kein Steigflug, kein Packen und keine Wetterpause anfällt. Die Preise im Sprungbetrieb stehen unter Kosten.

Für wen sich der Kanal lohnt

Wo die Grenzen liegen

Der Kanal trainiert die Körperlage im freien Fall – und sonst nichts. Es fehlen: der Absprung aus dem Flugzeug, die Höhenkontrolle, die Öffnung, die Schirmfahrt und die Landung. Genau diese Phasen sind die, in denen laut Unfallauswertungen die meisten Probleme entstehen, siehe Sicherheit. Ein Windkanalflug ersetzt deshalb keinen einzigen Ausbildungssprung. Er macht die Ausbildungssprünge nur effizienter.

Auch das Gefühl unterscheidet sich: Im Kanal fehlt der Höhenbezug vollständig, es gibt keinen Horizont und keine Beschleunigungsphase. Wer den Sprung sucht, findet ihn unter Tandemsprung.

Worauf man bei der Buchung achtet

Häufige Fragen

Ist Indoor-Skydiving dasselbe wie ein Fallschirmsprung?

Nur der freie Fall ist vergleichbar, und der ist physikalisch praktisch identisch. Absprung, Höhe, Öffnung, Schirmflug und Landung fehlen vollständig.

Ab welchem Alter ist Indoor-Skydiving möglich?

Viele Anlagen fliegen ab vier bis sechs Jahren. Nach oben gibt es meist keine Altersgrenze, entscheidend sind Gewicht und gesundheitliche Eignung – besonders Schultern und Rücken.

Wie viel Windkanalzeit ersetzt einen Sprung?

Etwa eine Minute entspricht der Freifallzeit eines Sprunges aus 4.000 Metern. Für das Training der Körperlage ist die Kanalzeit effizienter, weil sie ohne Steigflug und Packen auskommt.

Weiterlesen