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TechnikAktualisiert am 3. Aug. 2026·8 Min. Lesezeit

Die Grundlagen der Freifall-Technik

Im freien Fall fällt man nicht einfach – man fliegt. Der ganze Körper ist Steuerfläche, und jede Bewegung wirkt sofort.

Warum der freie Fall sich nicht wie Fallen anfühlt

Nach dem Absprung beschleunigt der Körper – aber nicht unbegrenzt. Der Luftwiderstand wächst mit dem Quadrat der Geschwindigkeit, bis er die Schwerkraft ausgleicht. Ab diesem Punkt bleibt die Geschwindigkeit konstant, und genau das ist der Grund, warum sich der freie Fall nach wenigen Sekunden nicht mehr wie Fallen anfühlt, sondern wie Liegen auf einem sehr kräftigen Luftstrom.

KörperlageTypische GeschwindigkeitAnwendung
Bauchlage (Box-Position)ca. 190–200 km/hAusbildung, Formationsspringen
Sitzpositionca. 230–260 km/hFreefly-Einstieg
Kopf-tief (Head Down)ca. 280–320 km/hFreefly, vertikale Formationen
Tracking (gestreckt)hohe horizontale KomponenteAbstand schaffen vor der Öffnung

Die Endgeschwindigkeit ist nach etwa zehn bis zwölf Sekunden erreicht. In dieser ersten Phase wirkt die Beschleunigung tatsächlich spürbar; danach ändert sich das Empfinden grundlegend.

Die Box-Position

Die Grundhaltung der Ausbildung: Bauch zum Boden, Hüfte nach vorn gedrückt (Hohlkreuz), Arme etwa im rechten Winkel erhoben, Beine leicht gespreizt und in den Knien angewinkelt. Der Körper bildet dabei eine leicht gewölbte Fläche, deren tiefster Punkt die Hüfte ist – das macht die Lage von selbst stabil. Wer die Hüfte zurücknimmt und einen Bogen nach oben bildet, verliert diese Selbststabilisierung sofort.

Fast alle Stabilitätsprobleme von Anfängern haben dieselbe Ursache: zu wenig Hohlkreuz und zu viel Spannung in den Schultern. Nicht mehr Kraft hilft, sondern weniger.

Steuern im freien Fall

Höhenkontrolle als Reflex

Die wichtigste Gewohnheit ist der regelmässige Blick auf den Höhenmesser – idealerweise alle paar Sekunden und nicht erst, wenn der akustische Warner meldet. Fest definiert sind zwei Höhen: die geplante Öffnungshöhe und die Entscheidungshöhe, unterhalb derer kein Problem mehr analysiert, sondern nur noch die Reserve gezogen wird. Wie der Öffnungsautomat als letzte Instanz dahinter arbeitet, steht unter automatisches Öffnungssystem.

Die Disziplinen im Überblick

Warum der Windkanal so viel bringt

Eine Minute Windkanal entspricht ungefähr der Freifallzeit eines kompletten Sprunges – ohne Steigflug, ohne Packen, ohne Wetter. Für Körperlage und Stabilität ist das das effizienteste Trainingsmittel, das es gibt. Was er nicht trainiert: Absprung, Höhenkontrolle, Öffnung und Landung. Mehr dazu unter Indoor-Skydiving.

Wie lange dauert der freie Fall?

Als Faustregel: Die ersten 300 Meter kosten rund zehn Sekunden (Beschleunigungsphase), danach etwa 300 Meter alle fünf bis sechs Sekunden. Aus 4.000 Metern mit Öffnung bei 1.500 Metern ergibt das rund 60 Sekunden, aus 3.000 Metern etwa 35 bis 40.

Häufige Fragen

Wie schnell fällt man beim Fallschirmspringen?

In der Bauchlage rund 190 bis 200 km/h. In der Kopf-tief-Position werden 280 bis über 300 km/h erreicht. Unter der geöffneten Kappe bleiben etwa 4 bis 6 Meter pro Sekunde.

Kann man im freien Fall atmen?

Ja, völlig normal. Der Fahrtwind fühlt sich ungewohnt an, behindert die Atmung aber nicht. Wer den Mund weit öffnet, bekommt lediglich einen trockenen Rachen.

Warum dreht man sich ungewollt?

Fast immer wegen Asymmetrie: ein Arm tiefer als der andere, ein Bein weiter gestreckt, angespannte Schultern. Die Korrektur besteht meist darin, bewusst locker zu lassen statt gegenzusteuern.

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